|
Leitapparat In der unterteilten OSSBERGER-Turbine wird die Triebwasserzufuhr durch zwei kraftausgeglichene Profilleitschaufeln gesteuert. Die Leitschaufeln teilen den Wasserstrom, richten ihn und lassen ihn stoßfrei in den Läufer eintreten – unabhängig von der Öffnungsweite. Beide Drehschaufeln sind exakt in das Turbinengehäuse eingepaßt. Sie halten die Leckwassermengen so klein, daß die Leitschaufeln bei geringen Fallhöhen als Absperrorgan dienen können. Dann können Absperrschieber zwischen Druckrohr und Turbine entfallen. Beide Leitschaufeln lassen sich getrennt voneinander über Regulierhebel verstellen, an die die automatische oder Handregulierung angeschlossen ist. Gehäuse Das Gehäuse der OSSBERGER-Turbine ist ganz aus Stahl, unübertroffen robust, leichter als Graugußgehäuse, stoß- und frostfest. Laufrad Kernstück der Turbine ist das Laufrad. Es ist mit Schaufeln bestückt, die nach einem bewährten Verfahren aus blankgezogenem Profilstahl hergestellt, beidseitig in Endscheiben eingepaßt, und nach einem Spezialverfahren verschweißt werden. Je nach Größe erhält das Laufrad bis zu 37 Schaufeln. Die linear gekrümmten Schaufeln erzeugen nur geringen Axialschub, so daß Druck- oder Kammlager mit ihren Nachteilen entfallen. Bei Laufrädern größerer Breite werden die Schaufeln mit Zwischenscheiben mehrfach gestützt. Die Laufräder werden vor der Endmontage sorgfältig ausgewuchtet. Lagerung Die Hauptlager von OSSBERGER-Turbinen sind mit genormten Pendelrollenlager-Einsätzen ausgerüstet. Wälzlager haben in Wasserturbinen unbestreitbare Vorteile, wenn durch die Konstruktion des Lagergehäuses vermieden wird, daß Leckwasser eintritt oder Schwitzwasser entsteht. Dies ist das wesentliche Merkmal der patentierten Lagerkonstruktion der OSSBERGER-Turbinen. Gleichzeitig wird das Laufrad gegenüber dem Turbinengehäuse zentriert. Wartungsfreie Dichtungselemente ergänzen diese überlegene technische Lösung. Außer dem jährlichen Fettwechsel erfordert die Lagerung keine Wartung. Saugrohr Dem Prinzip nach ist die OSSBERGER-Turbine eine Freistrahlturbine. Im Bereich mittlerer und niedriger Fallhöhen kommt man jedoch ohne Saugrohr nicht aus. Es dient dazu, hochwassersicheren Einbau und verlustfreie Nutzung der Gesamtfallhöhe in Einklang zu bringen. An einer Freistrahlturbine mit weitem Nutzungsbereich muß daher bei der Auslegung als Saugrohrturbine die Saugwassersäule steuerbar sein. Dies bewirkt ein einstellbares Belüftungsventil, das das Vakuum im Turbinengehäuse beeinflußt. So können auch Fallhöhen bis zu 1m mit OSSBERGER-Saugrohrturbinen optimal genutzt werden. Die Ausbildung des Saugrohres als Stahlkrümmer senkt darüber hinaus die Kosten des wasserbaulichen Teils an Niedergefällen erheblich und macht damit manchen Ausbau erst wirtschaftlich. Betriebsverhalten Kavitation tritt bei OSSBERGER-Turbinen systembedingt nicht auf. Daher entfällt der Einbau unter dem Unterwasserspiegel und die damit verbundenen kostenaufwendigen Bauten und Betriebsnachteile. Die Durchgangsdrehzahl von OSSBERGER-Turbinen beträgt das 1,8fache der Nenndrehzahl. Das ermöglicht die Verwendung serienmäßiger Stromerzeuger. ”Einfachheit aus Prinzip” war das Motto bei der Entwicklung der OSSBERGER-Turbine: Sie ist für den zuverlässigen Dauerbetrieb über Jahrzehnte ausgelegt und kann ohne spezielle Wartungsmittel betrieben werden. Sie wird - besonders in der Dritten Welt - oft von Nichtfachleuten installiert und in Betrieb genommen. Kostengünstige Bauformel Ein gestiegenes Umweltbewußtsein strebt das Ideal an, Naturkräfte ohne Substanzverlust und Umweltbelastung zu nutzen, z.B. Strom aus regenerativen Energien zu erzeugen. Jedoch wird der Einsatz von Wasserkraftanlagen durch eine wesentliche Ursache eingeschränkt: Die mit Projektierung und Planung, mit Dimensionierung, Konstruktion sowie Maschinen- und Wasserbau-Ausführung verbundenen hohen Investitionskosten Beratende Ingenieure und Turbinenbauer haben daher versucht, die Gesamtkosten durch Normung der Wasserturbinen zu reduzieren. Dieser für Großturbinen mögliche Weg führt jedoch bei Kleinwasserturbinen zu Problemen bei der Dimensionierung, bezogen auf Ausbauwassermenge und Schwankungsbereich der Jahreswasserführung. OSSBERGER-Turbinen bestehen aus standardisierten Einzelkomponenten, die je nach Anforderung - d.h. nach Ausbauwassermenge und Fallhöhe der individuellen Staustufe - zur maßgeschneiderten Gesamtanlage konfiguriert werden. Dieses Baukastensystem ermöglicht kostengünstige Fertigung bei gleichzeitig projektbezogener Auslegung der Funktionen.
|